21.04.2019

Leicht hat es sich der Vorstand der Künstlerhäuser Worpswede nicht gemacht: Nach Ausschreibung der freigewordenen Stelle der Künstlerischen Leitung wurden aus zahlreichen Bewerbungen sieben Kandidatinnen und Kandidaten zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Danach war das Votum einstimmig und fiel auf Katharina Ritter. Zuletzt war sie Ausstellungsleiterin im Kunstverein Ulm. Seit 2013 ist sie zudem Lehrbeauftragte Kuratieren / Ausstellungswesen an der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar) und promoviert (Dr. phil.) bei Prof. Dr. Winzen, HBKsaar. Sie zieht in die Künstlerhäuser ein und wird ihre Tätigkeit Anfang April aufnehmen.

"Ich freue mich sehr auf die künftige Stelle und die neue Herausforderung!“, sagt Katharina Ritter und möchte das Potenzial der Künstlerhäuser Worpswede als einen Ort gemeinschaftlicher Begegnung und individueller Konzentration gleichwertig entstehen lassen: „Mein kuratorischer Arbeitsansatz ist es, vielfältige Zusammenarbeit zu ermöglichen. Unterschiedliche Zugänge zur Welt miteinander zu verbinden, fördert gegenwärtige Kunst und Kultur, wirkt nachhaltig in den Ort und die Region und wirft globale gesellschaftliche Fragen auf. Relevant sind hier Vielstimmigkeit, Wertschätzung und Teilhabe."

Katharina Ritter, geboren 1982, hat vor ihrem Master of Arts (Kuratieren / Ausstellungswesen) Freie Kunst bei Prof. Tamás Waliczky und Prof. Georg Winter an der HBKsaar freie Kunst studiert. Sie untersucht Rollenverteilungen im Kulturbetrieb, künstlerische Haltung und wirksame Beteiligung. 2010 hat sie den Neuen Saarbrücker Kunstverein e.V. mitgegründet und war bis 2015 Vorsitzende. Sie hat Projektbasierte und institutionelle Kooperationen initiiert und begleitet, beispielsweise bei Performance Electrics.

Den traditionsreichen Kunstverein Ulm hat sie während ihrer Zeit wieder stark mit seinen Mitgliedern, der Stadt Ulm, mit Künstler*innen und Besucher*innen vernetzt; auch im Zusammenwirken städtischer und anderer freier Kulturträger in der Stadt Ulm. 2018 konzentrierte sich das Programm auf Fragen wie „Woran orientieren wir uns: An wissenschaftlichen Erkenntnissen, an sozialen und moralischen Werten?“, „Welche Rolle spielt die Kunst dabei?“ und „Was treibt uns an?“. Bereits in Ulm arbeitete sie 2019 - in dem Rosa Luxemburgs 100-jähriger Todestag und das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses stattfinden, an Fragen wie "Wie wollen wir leben?", "Wie gehen wir mit ständiger Unsicherheit um?" und "Wie arbeiten wir?".